Liedermacher Einige Jahre später kam es zu dem eher zufälligen Zusammentreffen mit Michael Biermann und Eric Siemens, die nun seit mehr als zehn Jahren musikalische Weggefährten sind. „Wir mochten uns auf Anhieb und wir verstanden uns blind von Anfang an, musikalisch gesprochen. Das war für mich der erste echte Anlass, ernsthaft deutsche Texte zu schreiben und eigene Musik für unseren dreistimmigen Satzgesang zu finden. Auf einmal war da ein perfekter Klangkörper, der mich inspirierte, aus dem ich die Melodien nur noch herauspflücken musste." Nach einem ersten gemeinsamen CD-Projekt 1996 („Horizont am Strand") entstanden als Trio unter dem Namen TOSSE die Alben „Da gibt es noch mehr" (1998) und „Schön, schön, schön" (2003). Mit TOSSE ist Kankowski nun schon seit mehr als zehn Jahren im gesamten Bundesgebiet unterwegs. „Seit wir uns das Etikett ‚Liedermacher’ aufgeklebt haben, sind die Menschen plötzlich neugierig geworden und total erstaunt, dass wir dann doch so relativ poppig und unkonventionell daherkommen."
Dieser gewisse Pop-Anteil bewog wohl auch die Jury des „Schleswig-Holsteiner Kompositionswettbewerb 2004", Kay Kankowskis Komposition „Heimat" für TOSSE mit einem ersten Platz und der „Goldenen Sprotte" zu belohnen. Folksmusik Parallell zur eigenen Musik begann Kankowski sein Interesse für deutsche Volksmusik wiederzuentdecken. „Nicht zu verwechseln mit der sogenannten volkstümlichen Musik!", betont der Musiker. „Mich begeistert die traditionelle Musik insbesondere aus meiner Heimatregion Südschleswig. Diese Melodien und Texte atmen die Lebensluft und Lebenslust zwischen Nord- und Ostsee. In dieser Ecke haben seit Jahrhunderten Friesen, Dänen und Deutsche ihre unterschiedlichen Kulturen in den nachbarschaftlichen Alltag eingebracht und damit diesen Landesteil entscheidend geprägt. Natürlich findet sich das auch in der Musik wieder." Er würde sich zwar nicht als ausgesprochenen Folkmusiker bezeichnen, „Ich finde diese deutsche Angewohnheit, alles und jeden in Schubladen stopfen zu müssen, ziemlich dämlich.", empfinde es aber als großen Gewinn, mit Kollegen, die sich schon lange mit dieser traditionellen Musikform auseinandersetzen, musikalisches Neuland zu entdecken. So gibt die Zusammenarbeit in der Gruppe „Aver Liekers" Kankowski die Möglichkeit, sich intensiv mit den Texten des norddeutschen Gesamtkünstlers Hein Hoop auseinander zu 1setzen. Eine Vielzahl dieser teils grotesk-komischen, teils anrührend-liebevollen Gedichte auf Hoch- und Plattdeutsch wurden bereits von ihm vertont. Einen anderen, ursprünglicheren Zugang zur Musik findet der vielseitige Künstler innerhalb der Folkband „hans dans": „Hier wird richtig von Hand hart gearbeitet. Es darf beim Spielen auch gern geschwitzt werden. Schließlich schwitzt auch das Publikum, denn wir machen Tanzmusik, die aus unserer Region kommt, wie sie wahrscheinlich ohnehin klingen würde, wenn die Entwicklung ungebrochen geblieben wäre. Und ohne elektrische Verstärkung sind wir direkt an den Menschen dran. Das ist klasse." Einladungen zu renommierten Festivals wie „folk baltica", „Venner Folkfrühling" und „Tanz- und Folkfest Rudolstadt" sowie die CD „folksdans & kandidel" zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist. |