| Erstveröffentlichungen auf KME: Texte, Gedanken, Gedichte ... |
| Inhalt | Inhalt |
Leseprobe 1 Mitten in der Zeit des heraufziehenden Faschismus ruft da einer auf, die Verdinglichung des Menschen, seine Fremdbestimmung und seine Entwürdigung von innen her zu überwinden. Freiheit: ein fruchtbringendes Wesen! Freiheit: Ausgangspunkt menschengemäßer Weltgestaltung! Man ahnt, dass hier nicht bloß der subjektive Individualismus einer Dichterseele aufbegehrt. Hier spricht eine Wirklichkeit, die auf soziale Impulse verweist. Das Nicht-Beachten dieser Wirklichkeit bringt Scheinordnungen hervor, die wachsendes Chaos bloß verschleiern können. Józsefs Worte gehen weit über Zeitgeschichte und Politik im engen Sinne hinaus. Sie zeugen von einem Kampf, der um spirituelle Menschheitsziele geführt wird, mitten im Feld des Sozialen. Dass eine geschichtliche Phase des europäischen Wohlfahrtsstaates zu Ende geht, liegt auf der Hand. Dass die Dynamik einer bestimmten Weise zu Wirtschaften sich zentrifugal von den bisher erkämpften Sozialstandards abkoppeln will, ist ebenso offensichtlich. Regierungen und Konzerne appellieren zunehmend an die Eigenverantwortung der Menschen als Bürger und als Arbeitende. Das läge auf der Linie der Freiheit, würde nicht der Blick dauernd auf ein reduziertes Ziel gelenkt werden, das letztlich Wenigen profitabel ist und für Viele Unfreiheit bedeutet. Was bliebe, ist der Mensch als Freiwild für Konzerne, die Arbeitsplätze wegrationieren, ist der Mensch als Karteieintrag bei Behörden, die Millionen Nicht-Beschäftigte verwalten."Aus "Die Umgestaltung der Sozialsysteme. Ein Kampf um Europas spirituelle Identität" Das Goetheanum, 83.Jg., 2004, Nr.47, S.1
|
| Gedichte | Al tiqra Al tiqra harut ele herut Lies nicht „eingraviert“, lies „Freiheit“ (Talmud. Mischna Avot) Nicht lies: „eingraviert“, lies: Freiheit. Das Zaumzeug ist nicht das Pferd das Pferd nicht der Reiter der Reiter nicht der Herr. Dort die Freiheit, wo du in dir über dir stehst. Dort das Gesetz, wie es durch dich waltet - über dich hinaus.
| ||||
| In Fernen jagten tolle Träume... | In Fernen jagten tolle Träume über Seen, als ob in heil’gem Norden weite Fichtenmeere von Mitternacht und Sonnenstürmen Trost erhielten; Ein Wehen und ein Singen vor verschlossnen Schreinen, grau und grimmige Reliquienkästen abergestriger Gelübde; Tobend in der Stille standen Schatten auf und gingen nieder wie zu Staub zerspellt, zerstiebend; So tobte abends hin und her die tolle Sorge wirrend nach den Schätzen ungezählter Zeiten, und war nur Fluch und Schein und falscher Ziele Ausgeburt und Hindernis am Wachsen; In Fernen jagten tolle Träume über Seen und riesig jagten Siegesstürme sie zum Meer im Norden; Wie goldnes Fließen schwamm es dann im Sog der Sonnenscheibe tief am Horizont und zog die Träume himmeleinwärts... Die nahe Wärme Ungeborgenheit umhüllte mählich unsre Leiber zwischen Meer und See; Wir gingen wo allein der Schritt die Schritte hütet, wo “heimwärts” grenzenlos im Schoß der Dinge ruht. | ||||
| Sieben Monde Ich zähle die Steine am Weg zur Klause des Todes. Mein Herz friert, meine Stimme erstickt. Ich habe geschworen die Ruhe im Rucksack zu wahren. Ich habe geschworen Augen und Ohren offen zu halten. Schon nach einigen Meilen hören wandernde Füße zu schmerzen auf. Schon nach einigen Wochen Sind Haube und Haupt eine heitere Einheit. Sieben Monde Zwölf Sonnen Hundertmillionen Sternschnuppen. Frühstück am Fluss mit Klausner Tod. Kein Makel. | |||||
| János Darvas Schleswiger Str. 24340 Eckernförde janos.darvas@freenet.de | |||||
| (c) & verantwortlich: János Darvas | |||||
| Eckkult Startseite | Nordkult e.V. | ||||
| Flags | X X X | lit | |||